Trotz Pleite in Polen: Wettanbieter setzen auf DFB-Team

By | 14. Oktober 2014

Der bei der WM noch wie geschmiert laufende DFB-Motor geriet jüngst etwas ins Stottern. War nämlich schon der durchwachsene Heimsieg zum Quali-Auftakt gegen Schottland (2:1) keine fußballerische Offenbarung, setzte es am vergangenen Samstag obendrein noch eine überraschende Niederlage in Polen (0:2). Die erste Gelegenheit, verlorenen Boden in der Gruppe D wieder gut zu machen, bietet sich schon heute Abend beim irischen Gastspiel in der Gelsenkirchener Veltins Arena (20:45 Uhr).

Demonstrative Gelassenheit beim DFB

Einen Weltmeister bringt so schnell nichts aus der Ruhe! Obwohl Joachim Löw und seine Mannen am Samstagabend die erste Quali-Pleite seit sieben Jahren kassierten, herrscht im deutschen Teamhotel Friede, Freude, Eierkuchen. Warum auch nicht? Erst zwei Spieltage sind absolviert und der Rückstand auf das Spitzenduo Polen/Irland beträgt lediglich drei Punkte. Auch an der sportlichen Leistung der Adlerträger gab es kaum etwas zu mäkeln.

Diese Meinung vertreten wohl auch die Wettanbieter: trotz der empfindlichen Pleite in Polen gilt die deutsche Mannschaft heute Abend im Spiel gegen Irland als haushoher Favorit. Für einen Heimsieg der DFB-Elf wird lediglich der 1,27fache Einsatz als Wettgewinn angeboten, ein Sieg der Iren würde hingegen mit einem Faktor von bis zu 15 quotiert.

Quoten für Deutschland gegen Irland im Wettanbieter Vergleich

Abbildung: die Wettquoten für das EM 2016 Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und Irland im Vergleich der wichtigsten Wettanbieter. Die Grafik stammt von wettfreunde.net und wurde mit freundlicher Genehmigung am 14.10.2014 erstellt. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Angespannte Personalsituation zwingt Löw zu Experimenten

Lediglich die angespannte Personalsituation sorgt seit Tagen für Sorgenfalten auf der Stirn von Joachim Löw. Denn nach Sami Khedira, Bastian Schweinsteiger, Mesutz Özil und Benni Höwedes kamen ihm nur 24 Stunden vor Anpfiff mit den Magen-Darm-erkrankten Christof Kramer und André Schürrle schon wieder zwei Weltmeister abhanden.

Somit sieht sich der Coach aus dem Schwarzwald nicht mehr nur auf den Außenverteidiger-Positionen, sondern auch im Mittelfeld zum Experimentieren veranlasst: der Hoffenheimer Sebastian Rudy und der von Löw höchstpersönlich ins Spiel gebrachten Matthias Ginter (Dortmund) kommen als Kramer-Ersatz in Frage. Für Schürrle wird höchstwahrscheinlich Lokalmatador Julian Draxler in die erste Elf rücken.

Anders als die Kandidaten für den vakanten Platz im zentralen Mittelfeld, darf der gegen Polen auf ganzer Linie überzeugende Debütant Karim Bellarabi (Leverkusen) gegen Irland fest mit seinem zweiten Länderspiel-Einsatz rechnen. Löw gab dem Deutsch-Marokkaner schon im Vorfeld eine Einsatzgarantie.

Während Manuel Neuer im Tor hofft, dass hinten – nach einer Serie von drei Spielen mit mindestens einem Gegentreffer – endlich wieder „die Null“ steht, fordert WM-Held Thomas Müller von sich und seinen Kollegen mehr Coolness vor dem gegnerischen Tor. Setzen er und seine Mannschaftskameraden dieses Ziel erfolgreich in die Tat um, sollte dem zweiten DFB-Heimsieg in der Qualifikation für die EM 2016 auch aus Sicht der Wettanbieter nichts mehr im Weg stehen.

Ein mutiger Auftritt und der „ewige“ Robbie Keane sollen es richten

Auch die irische Nationalmannschaft blickt ihrem Gastspiel beim Weltmeister gelassen entgegen. Sechs Punkte aus zwei Qualifikations-Partien sorgen schließlich dafür, dass die Truppe von Martin O´Neill aktuell punktgleich mit Spitzenreiter Polen auf Platz eins der Gruppe D rangiert. Eine mögliche Niederlage beim haushohen Gruppenfavoriten wäre somit alles andere als ein Beinbruch.

Dementsprechend mutig will es der irische Teamchef auf Schalke angehen lassen. Geht es nach O´Neill wäre es nämlich ohnehin fatal, sich auswärts gegen Deutschland hinten einzuigeln: „Wir sollten positiv denken. Wenn du nach Deutschland fährst um 90 Minuten lang zu verteidigen, hast du ein großes Problem. Wir müssen die richtige Balance finden – als Team verteidigen und wenn sich die Gelegenheit bietet, nach vorne etwas versuchen“, so der Coach auf einer Pressekonferenz im Vorfeld.

In der Verantwortung die voraussichtlich wenigen Gelegenheiten der Iren möglichst in Tore umzumünzen, steht nach wie vor Sturm-Oldie Robbie Keane. Der einst bei Tottenham Hotspur, Inter Mailand und dem FC Liverpool aktive Strafraumschreck, lässt seine erfolgreiche Karriere zwar schon seit drei Jahren bei L.A. Galaxy in der nur bedingt konkurrenzfähigen amerikanischen Major League Soccer League ausklingen, ist aber im irischen Dress immer für einen Treffer gut. Dies hat er nicht zuletzt mit seinem lupenreinen (!) Hattrick binnen 18 Minuten beim jüngsten Quali-Sieg gegen Fußballzwerg Gibraltar wieder bewiesen.

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