EM-Qualifikation 2016: Das Rückspiel gegen Gibraltar

By | 7. Mai 2015
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Foto: em2016-frankreich.net

Die Spielebilanz ist überschaubar und eindeutig: Nur ein einziges Mal traten die Nationalmannschaften von Deutschland und Gibraltar bislang gegeneinander an: das war im vergangenen Jahr – wir berichteten. Der 4:0-Sieg gegen den Fußballzwerg, der noch nicht einmal in der FIFA-Weltrangliste aufgeführt wird, sorgte bei Trainer, Mannschaft und Fans für Unmut. Demnächst steht das Rückspiel an und die Welt fragt sich: Wie stark ist Deutschland momentan wirklich?

Keine Frage: Das kommende EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar muss und wird die deutsche Nationalmannschaft gewinnen. Die Quoten auf Wettportalen wie Sportingbet dürften kurz vor der Partie eine eindeutige Sprache sprechen. Wer auf dem besagten Wettportal sein Geld auf Gibraltar setzt, handelt allen Statistiken zuwider. Die Leistung des Weltmeisters wird vermutlich eher über die Anzahl der Tore bewertet. Aber ist die kleine Fußballnation wirklich ganz und gar chancenlos? Und was zeichnet die Mannschaft aus Gibraltar überhaupt aus?

Die Nationalmannschaft von Gibraltar: das ist unser Gegner

Der bekannteste Spieler der Gibraltar-Auswahl, Jake Gosling, spielt in der dritten englischen Liga. Und während die UEFA das britische Überseegebiet an der Südspitze der Iberischen Halbinsel als vollwertiges Mitglied anerkennt, sucht man in der FIFA-Weltrangliste vergeblich nach dem sympathischen Underdog. Spanien verhinderte bislang nämlich aus politischen Gründen die Anerkennung Gibraltars als eigenständiges FIFA-Mitglied. Für die etwa 30.000 Gibraltesen, die sich auf einer Fläche von gerade einmal 6,5 Quadratkilometern verteilen, gibt es genau einen (!) Fußballplatz. Da dieser Platz im Victoria Stadium nicht den Ansprüchen der UEFA gereicht, werden die Heimspiele im portugiesischen Faro ausgetragen. Nur in einer einzigen Hinsicht übertrumpft der gibraltarische Fußball den hiesigen: Die Gibraltar Football Association (GFA) ist tatsächlich fünf Jahre älter als der DFB.

Das Hinspiel: DFB-Team zeigt sich verunsichert

Nach dem Spiel gegen Gibraltar im November des vergangenen Jahres war Joachim Löw sichtlich unzufrieden. Auf der gegnerischen Seite zeigte sich sein Trainerkollege Allen Bula von der guten Leistung seines Teams gegen die offiziell stärkste Mannschaft der Welt indes angetan. Die deutschen Zeitungen spöttelten über die verunsicherte deutsche Mannschaft, die nur wenige Monate zuvor während der Weltmeisterschaft in Brasilien stärker denn je gespielt hatte. Das Spiel der Deutschen fiel weitestgehend ideenlos aus und dann patzte in der 43. Spielminute auch noch die Abwehr, sodass Manuel Neuer gerade noch einen Gegentreffer verhindern konnte. Wenn man dann auch noch bedenkt, dass die deutsche Nationalmannschaft die beiden vorangegangenen Partien nicht für sich entscheiden konnte, muss diese Phase wohl als Leistungstief verbucht werden.

Wie stark ist das derzeitige DFB-Team?

In den letzten Spielen war die Leistung der deutschen Mannschaft durchwachsen. Spanien und Georgien konnte man schlagen, aber gegen die Australier reichte es nur für ein Unentschieden. Einer der Gründe für die unstete Leistungskurve ist die Experimentierfreudigkeit des Bundestrainers, der sein Team so unberechenbar und variabel wie möglich halten möchte. Wenn es darauf ankommt, ist der derzeitige Kader aber mit Sicherheit in der Lage, klare Siege zu erspielen. Das muss das Team vor dem Qualifikationsspiel erst noch in einem Match gegen die USA unter Beweis stellen.

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