Wie die Premier League die Englische Nationalmannschaft um den Erfolg bringt

By | 2. September 2015

Der letzte WM-Titel der englischen Fussballnationalmannschaft datiert aus dem Jahre 1966 im eigenen Land. Seitdem konnten die Fussballer von der Insel kein großes Turnier mehr für sich gewinnen. Trotzdem gehörte man zumindest immer zu den Favoriten. In den letzten Jahren hat sich allerdings eine Tendenz entwickelt, die der englischen Nationalmannschaft alle Chancen auf einen zukünftigen Titelgewinn verbauen könnte. Dabei handelt es sich um die Transfer- und Spielerpolitik der englischen Profivereine. 

Das Problem mit dem Nachwuchs

Die Vereine in der höchsten englischen Liga bezahlen nämlich schon seit Jahren Unsummen, um die besten Talente aus dem Ausland zu holen. Das ist auf der einen Seite natürlich gut für die Vereine und Fans, weil diese Spieler auch Erfolge mit sich bringen und die Vereine international und national weiterbringen. Auf der anderen Seite werden englischen Talenten und Nachwuchsspielern die Einsatzzeiten und Spielmöglichkeiten gekürzt. Schon seit Jahren kann man daher beobachten, dass die Kader der Teams immer internationaler werden und der Nachwuchs das Nachsehen hat. Dabei gibt es auf der britischen Insel eine sehr gute Nachwuchsarbeit, die immer wieder Talente hervorbringt. Wenn diese aber keine Spielpraxis sammeln können, findet jedoch auch keine Entwicklung statt. Und die Nationalmannschaft bekommt kein frisches Blut.

Natürlich setzen sich trotzdem immer wieder junge englische Spieler durch und schaffen es in ihren Vereinen und in der Nationalmannschaft zu überzeugen. Aber viele englische Nachwuchsspieler bekommen einfach nicht die Chance Ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und sich fortzuentwickeln. Der Grund für die Internationalisierung der Mannschaften ist das Geld, welches die reichen Clubs zur Verfügung haben. Da sich mittlerweile fast in allen englischen Profivereinen Privatpersonen eingekauft haben, die Unsummen zur Verfügung haben, wird nach Lust und Laune eingekauft. Dabei wird auch für durchschnittliche Spieler tief in die Tasche gegriffen. Und da die Gehälter auch sehr üppig sind, zieht es immer mehr internationale Spieler in die Premier League.

Eine Entwicklung mit Folgen 

Das ist eine Entwicklung, die der englische Verband nicht für gut befinden kann. Vor allem mit Sicht auf die Nationalmannschaft. Wenn sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren noch verschärfen sollte, wovon man ausgehen kann, dann wird die Nationalmannschaft noch mehr leiden. Und das ist für den englischen Fussball eine Katastrophe. Denn England ist das Mutterland des Fußballs und wird bald nicht mehr in der Lage sein eine konkurrenzfähige Mannschaft in die Turniere zu schicken. Das dürfte viele Fussballliebhaber, nicht nur auf der britischen Insel, in Trauer versetzen.

Möglichkeiten um dieser Entwicklung entgegenzuwirken gibt es und man kann nur hoffen, dass vor allem der englische Verband etwas unternimmt. Auf die Vereine kann man sich dabei allerdings nicht verlassen. Denn deren Priorität ist es nicht, dass die Nationalmannschaft erfolgreich ist. Hier geht es um riesige Umsätze und Einnahmen in Millionenhöhe. Der Verband muss tätig werden und dafür sorgen, dass die englischen Nachwuchsspieler auch die Möglichkeiten und Einsatzzeit bekommen, die Sie brauchen. Andernfalls werden wir weiterhin den Niedergang einer der größten Fussballnation der Welt beobachten.

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